Asien

Bali 2014

Zwischenstopp in Taiwan. Spricht man da tawainesisch? Klingt falsch, Google sagt ja, auch. In den Schaukästen der Flughafenshops liegen geschmackvolles Porzellan und schöner Blaudruck aus. Asiatische Passagiere tragen elegante, zierliche Mode für die Frau. Das macht Lust auf eine Shoppingtour durch Asien – vielleicht wäre in XXL etwas Passendes für mich dabei? Der größte Teil der Flugstrecke ist geschafft, aber das Entertainmentprogramm schon leer geguckt. Für den Weiterflug nach Bali verbleibt eine Doku über das Plastikmeer im Meer. Ich schaue auf den Monitor, im Augenwinkel habe ich einen Haufen Plastikmüll auf dem Klapptisch vor mir. Guten Appetit! In Ubud kommt der Appetit zurück. Salsamusik und ein Free wifi-Schild locken mich in eine Bar. Das Passwort lautet: Kamasutra.
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Israel 2014

Was verbirgt sich hinter jemandem, der Islam heißt und als Email Adresse den Namen sweetmemories gewählt hat? Warum meldet sich meine Austauschpartnerin nicht? Ist es nun eigentlich ein Mann oder doch eine Frau? Warum heißen die Leute auf der Liste alle Shibli mit Nachnamen, so heißt doch der Ort, in den wir fahren? Meine Austauschpartnerin ist eine Frau, besser gesagt es sind zwei, Alisar und Jihad, Mutter und Tochter. Gemeldet hatten sie sich doch, nur eben nach meinem Abflug ins Offline, die Nachricht hatte mich nicht mehr erreicht. Jihad hieß auch schon mit Mädchennamen Shibli. Shibli heiratet Shibli, so ist das in Shibli, einem 5.000 Einwohnerdorf in der Nähe von Nazareth.
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Sri Lanka 2013

Es gibt noch andere Kollegen, die Fernweh haben. Thomas, Sohn eines Piloten, nennt mir ohne zu überlegen alle Alternativverbindungen nach Dubai, als ich ihm von meiner Sorge über meinen Abflug vom bestreikten Flughafen in Düsseldorf erzähle. Viele Warteschleifen und Spurts später, checke ich schließlich in Frankfurt ein. Fast bedauere ich die kurze Wartezeit bis zum Weiterflug nach Colombo. Hatte ich mir doch ausgemalt, dass man in Dubai sicher gut Leute beobachten könnte. Und siehe da, der Flug nach Colombo ist drei Stunden verspätet, und ich freue mich fast darüber. Multikulturelle Toiletten und Facility Service Personal, das beflissentlich nach jedem Toilettengang den Boden einer Kabine wischt, andere mir wichtige Bereiche des Waschraums, wie das aber Waschbecken, nicht. Ich kenne es von klein auf meine Toilette im Waschhaus eines Campingplatzes gemeinsam mit anderen zu verrichten. Auf dem Flughafen muss ich darüber schmunzeln, dass Damen von und aus aller Welt unfreiwillig ihre Katzenwäsche in der Öffentlichkeit verrichten.
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© Maike Wehlitz