Über mich


Genau, ich reise gern. Oft allein, manchmal zu zweit oder in der Gruppe. Wie ich meine Reiseziele auswähle? Irgendetwas verursacht schon im Vorfeld Herzklopfen bei mir. Die Sprache des Landes, das Lebensgefühl, für das ein Reiseziel steht, diffuse Farben und Bilder, die ich seit der Kindheit in mir trage, die Lust an Stoffen und am Tanzen. Die Sehnsucht nach Sonne spielt oft eine Rolle. Oft weiß ich am Ende einer Reise, dass ich an diesen Ort wiederkehren möchte. „Erstmal“ möchte ich jedoch nicht dorthin zurück, dafür ist die Liste der Reiseziele zu lang, die ich noch entdecken möchte.

Und eine Unterkunft mit Anschluss liegt mir am Herzen. Die zu finden, ist gar nicht immer so leicht. Im Urlaub verbringe ich meine Tage entweder allein oder in Gesellschaft. Beides gefällt mir. Ohne die Stunden allein könnten diese Texte nicht entstehen. Und erst durch neue Begegnungen werden sie lebendig. Unter Fernweh leide ich nicht mehr, ich komme gern wieder nach Deutschland zurück. Vielleicht, weil ich verstanden habe, dass ich mich in der Ferne niederlassen könnte, wenn ich wollte. Ich will aber gerade nicht. Vielleicht auch schon morgen.

Wie war’s? Die Dichte an Eindrücken auf einer Reise lässt es nicht zu, in 1 - 2 Sätzen zu antworten. Manchmal ist es auch das Gegenüber, das bei der Antwort schon gar nicht mehr richtig zuhört. „Statt Postkarten“ lautete die Betreffzeile der Rundmails, die ich an Freunde und Familie schickte. Statt im Wettlauf mit der Zeit in Internetcafés auf klebrigen, hakenden Tastaturen ohne Umlaute zu schreiben, dient mir inzwischen mein IPAD bequem als Schreibmaschine. Nun geht ein Teil dieser Texte online. Beim Lesen der alten Text merke ich, dass sich meine Wahrnehmung verändert hat. Vielleicht ist mir die Ferne ein Stück näher gerückt?


© Maike Wehlitz