Rezepte

Liebe geht durch den Magen - Reisen auch. Ich hatte selten das Pech, dass mich unbekannte Bakterien dahin gerafft haben und wenn der Speiseplan auf Reisen eine Zeit lang ungewohnt einseitig wird, stört mich das nicht weiter.
In Asien und Lateinamerika freue ich mich über die frisch gepressten Säfte, die häufig zum Frühstück serviert werden. Tagsüber probiere ich lokale Snacks und esse womöglich in einem Restaurant zu Abend, das seine Tische direkt auf dem Sandstrand platziert hat und frisch gegrillten Fisch bei Kerzenschein und Meeresrauschen anbietet.
Oder ich sitze andernorts in meiner Fleecejacke auf einem Campingstuhl und genieße das Abendessen in freier Natur. Warum schmeckt dieses Gericht soviel besser als zu Hause? Weil wir ausgehungert sind von der vielen Bewegung an der frischen Luft und weil das Essen eine besondere Zutat enthält: „in Gemeinschaft gekocht“.

Bei einem Einkauf in einem internationalen Supermarkt hier Zuhause werde ich gelöst und locker, die Farben und Aufschriften der Verpackungen in den Regalen ziehen meinen Blick auf sich. Der oft beissende Geruch im Laden verfliegt, wenn ich Kochbananen und große Wurzeln neben Okraschoten und reifen Mangos liegen sehe.
In Läden, deren Besitzer aus der türkischen und arabischen Welt stammen, frohlocke ich über üppige, frische Bündel Blattpetersilie und Fladenbrote, die so groß und frisch sind, dass sie sich biegen. Hier ist der Schafskäse so sahnig, dass er auf der Zunge zergeht, und die Oliven sind so prall und würzig, dass ich mich frage, warum ich manchmal im Alltagsstress doch die abgepackte Variante kaufe?

Herzhaft

Rote-Bete-Salat

Nach Ubud, auf Bali, fahren viele gesundheitsbewusste Reisende, die in Kursen aller Art Körper und Geist miteinander in Einklang bringen wollen. Auch ich war zum Yoga da. Positiver Nebeneffekt? Die Stadt ist voll von kleinen netten Cafés und Restaurants, die auf Rohkost, vegane oder vegetarische Kost spezialisiert sind. Selten habe ich so variantenreich rote Bete gegessen, oder getrunken! Dieses Rezept habe ich allerdings auf einem Schreibseminar kennengelernt, auf dem wir uns mit „schneller Küche“ selbst verpflegt haben. Urlaub zu Hause zu machen ist schließlich so einfach! Die Arbeit beiseite legen, die Sonne abpassen und das Menü „urlaubisieren“.

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Tomatenbutter

Ich finde es spannend, auf Reisen zu beobachten wie andernorts gegrillt wird und erinnere mich noch gut dran, wie mir in Argentinien bei meinem ersten „asado“, Grillfest, fast die Augen aus dem Kopf gefallen sind, als ich all die Innereien gesehen habe, die dort gegrillt werden. Und das Fleisch war so schwarz! Apropos, als ich auf einem Musikfestival in São Vicente, einer der kapverdischen Inseln war, stieg über den Essenständen eine Rauchwolke auf, die mich fürchten ließ, jeden Moment würde die Krebspolizei vorbeikommen.

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Tomatensalat

Dieses Rezept habe ich auf Sansibar kennengelernt. Es ist so simpel, dass ich mich frage, warum hierzulande noch niemand auf die Idee gekommen ist, Tomatensalat so zuzubereiten? Herrlich erfrischend!

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Tortellini-Salat

Eigentlich mag ich Gemüse aus der Dose nicht so. Beim Campen kann man aber eine Ausnahme machen, finde ich. Schließlich hat man beim Zelten oft nur 1-2 Töpfe dabei. Und dann schmecken auch „frisch abgetropfte“ Pfifferlinge gut.

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Mango mit Salz und Zitrone

„Mango con sal y limón“ habe ich auf einer Reise durch Mexiko kennengelernt. Am Strassenrand verkaufen Händler auf Wagen köstliche reife Mangos mundgerecht in Plastikbechern serviert. Es klingt befremdlich, aber Salz und Paprika passen gut zu Mango. Chili ist mir persönlich zu scharf! Besonders schöne Kunstwerke entstehen, wenn Verkäufer diese Mangos auf Schaschlikspieße stecken und mit einem Messer zur Blume verzieren.

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Süß

Buttermilchkuchen

Manchmal muss ich noch die letzten Eier verbrauchen, bevor ich in den Urlaub fahre. Diesen Kuchen habe ich auch schon nebenbei beim Kofferpacken zusammengemixt. Die Backzeit beträgt nur 20 min. Die Buttermilch macht den Kuchen schön saftig, so dass er auch bei einer langen Autofahrt an zwei Tagen als Proviant dienen kann. Oder man friert ihn ein, denn wenn man nach Hause kommt, hat man schließlich erstmal nichts im Haus!

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Getränke

Caipirinha-Bowle

Zugegeben, ich bin nicht so eine Cocktailkennerin wie andere. Von daher wiegt es vielleicht nicht so schwer, wenn ich sage, dass mir diese Bowle besser schmeckt als ein echter Caipi? Fest steht, dass es sehr praktisch ist diese Bowle vorzubereiten. Ich kann mich um meine Gäste kümmern und muss nicht am Abend selber mixen. Wenn ich dann noch brasilianische Musik anmache, stellt sich bei mir ein Gefühl von Leichtigkeit ein, so wie ich sie aus dem Urlaub kenne.

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Sangría

Mein Herz schlägt „spanisch“, mit Fusel aus dem Tetrapack kann man mich trotzdem jagen. Meine Freunde und ich sind mit dem Rezept zusammen erwachsen geworden. Heute biete ich diese Sangría an, wenn ich im Sommer Gäste habe und freue mich darüber, dass sie eine so gelöste, urlaubshafte Stimmung erzeugt.

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Tinto de verano

Dieses leichte Sommergetränk habe ich in Andalusien kennengelernt. Als ich in Conil de la Frontera Sprachferien gemacht habe, war die Bar „la Ola“ an einem weiten Sandstrand der Costa de la luz ein beliebter Treffpunkt aller Kursteilnehmer. Mit einem Tinto de verano in der Hand und chilliger Musik im Hintergrund haben wir auf den Sonnenuntergang geblickt und den Tag sorgenfrei ausklingen lassen.

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© Maike Wehlitz